EXIT Familie & Community
Die EXIT-Familienhilfe ist Teil des Ausstiegsnetzwerkes von EXIT-Deutschland unter Leitung von Bernd Wagner.
Wir reagieren auf Hilferufe von Familien sowie bei Kooperationsbedarf von Familieninitiativen.
Wir helfen Müttern und Vätern, Geschwistern und Großeltern, wenn sie Sorge haben, dass ihre Söhne, Töchter, Brüder oder Enkel in die Nazi-und Gewaltszene abgleiten, sich dort verstricken oder gar straffällig werden.
Wir analysieren kritische Situationen und arbeiten an Szenarien, um Möglichkeiten des Handelns zu erschließen, Ohnmacht und Angst zu überwinden. Ebenso helfen wir Familien, wenn es darum geht, Familienangehörige aus der Szene heraus zu lösen.
Wir vermitteln und begleiten Kontakte ehemaliger Rechtsextremisten mit gefährdeten rechtsextremistisch-orientierten Jugendlichen, um sie zu motivieren, die Szene zu meiden oder zu verlassen. Wir helfen bei Generationengesprächen, die Erfahrungen aus Diktaturen vermitteln.
Wir helfen beim Aufbau von Betroffenen-Netzwerken.
Unsere Beratung ist individuell, anonym und kostenlos.
Kontakt: Hotline für Familienmitglieder : 0177/2404806 Wir rufen gerne zurück, damit Ihnen keine größeren Unkosten entstehen. per Mail unter: info[at]exit-deutschland.de EXIT-Deutschland auf MySpace |
Unser Beratungsansatz:
Die EXIT-Familienhilfe ist keine „klassische“ Familienhilfe. Wir bieten weder Therapie noch allgemeine Beratung. Unser Angebot zielt auf die Schaffung von Ausstiegsmotivationen aus extremistischen Szenen durch eine professionelle Begleitung von Familienmitgliedern.
Was heißt Ausstiegsorientierung?
Ein Ausstieg ist dann erfolgt, wenn es eine kritische Reflektion, Aufarbeitung und ein erfolgreiches Infragestellen der bisherigen Ideologie gegeben hat. Ausstieg ist somit mehr als das Verlassen einer Partei oder Gruppe, auch mehr als ein Wechsel der ästhetischen Ausdrucksformen oder die Anwendung von Gewalt. Ein Ausstieg ist dann erfolgt, wenn die den bisherigen Handlungen zugrunde liegende und richtungsweisende Ideologie überwunden ist.
Ausstiegsorientierung bedeutet für uns, dass wir Familienangehörigen helfen wollen, Personen in ihrem sozialen Nahraum zur Auseinandersetzung mit ihrer Ideologie zu bewegen, mit dem Ziel, sie – so möglich – zum Ausstieg zu bewegen.
Chancen und Grenzen
Ein Ausstieg ist eine individuelle Entscheidung. Gleiches gilt für ein Verbleiben in extremistischen Umfeldern. Nichts kann befohlen werden. Es gibt keine Erfolgsgarantie.
Aber es gibt eine Erfahrung: Fast alle Aussteiger berichten, dass es in ihrer Geschichte Personen gab, die mit ihren Fragen, Anregungen, Konfrontationen und Kommentaren dazu beigetragen haben, dass sie begannen, über ihren Weg, ihre Ideen und ihre Biographien nachzudenken, die den Zweifel gesät haben, der später zum Ausstieg motivierte. Diese Erfahrungen können übertragen und erlernt werden und diesem Zweck dient unser Projekt.
Was verstehen wir unter Extremismus?
Wir begreifen Extremismus als Sammelbegriff von Ideologien, die durch eine Ideologie der Ungleichwertigkeit gekennzeichnet sind und sich gegen die individuelle Würde und Freiheit des Menschen wenden. Darunter fallen sowohl rechtsextreme, linksextreme als auch islamistische Ideologien. Extremismus gibt es dabei auch bei Personen mit Migrationshintergrund. So kümmern wir uns z. B. explizit auch um Formen des Rechtsextremismus oder Nationalismus bei Personen mit Migrationshintergrund.
Kontakt- und Beobachtungsstelle Islamismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Migrantencommunities
Der Islamismus als politische Ideologie, Ultranationalismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus stellen Gefährdungen für die demokratische Kultur einer Gesellschaft dar. Die Phänomene sind nicht an Ethnien oder Kulturen gebundensondern übergreifende Phänomene in der Mehrheitsgesellschaft wie auch bei gesellschaftlichen Minderheiten.
Verbindendes Glied der Phänomene ist ihre Anbindung an den Alltag. Erscheint in den Medien, der Wissenschaft oder allgemein im öffentlichen Diskurs der Islamismus unmittelbar mit Gewalt und einem geheimnisvollen und unsichtbaren Terrorismus verbunden zu sein, so stellt er sich der Lebenswirklichkeit vieler Menschen konkret und alltagstauglich dar: als Identitätsangebot, als Struktur in der Umgebung mit dem Versprechen auf Gemeinschaft, Geborgenheit und Anleitung zur Bewältigung des Alltages, als Diskurs im persönlichen Umfeld und als geistig politische Orientierung besonders auch bei jungen Menschen.
In diesen Fällen kommt besonders der Familie eine zentrale Rolle zu. Sie ist neben Schule und Freundeskreis besonders bei Jugendlichen ein Ort der geistig-politischen Entwicklung, der Konfrontation, der Provokation und der Findung einer eigenen Orientierung.
Aus der Debatte zum Rechtsextremismus ist hinlänglich bekannt, dass die Familie ein Ort sein kann, in dem rechtsextrem orientierte Jugendliche eine Ausstiegsorientierung entwickeln können. Ausstiegsorientierung meint die Abwendung von den Ideen der extremistischen Ideologie hin zu einem Weltbild, fußend auf den Werten der Freiheit und Humanität. Dazu wurden in diesem Bereich erste Projektinstallationen aufgebaut, Praxiserfahrungen gesammelt, reflektiert und in neue Praxis gespeist.
Im Islamismus ist die öffentliche Diskussion so weit noch nicht. Besonders die Alltagsgefährdungen von Menschen durch die kulturelle Subversion der islamistischen Strukturen und Strategien sind noch kein verbreitetes Wissen. Vielerorts herrschen bei Familien Unsicherheiten und Unwissenheiten vor, wenn sie erfahren, dass ihre Kinder sich einer neuen Denkrichtung, eines bestimmten Vereins oder einer islamischen Struktur, deren politisches Weltbild nicht bekannt ist,angeschlossen haben. Sie suchen Rat und erste Information, um ihre Lage und die ihrer Kinder zu verstehen und zu begreifen.
Die Kontakt- und Informationsstelle „Islamismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Migrantencommunities“ in der EXIT-Familienhilfe bietet Erstberatungen für Familien zu diesen Themen an, gibt Informationen zu Strukturen und Vereinen heraus und unterstützt Familien bei der Analyse ihrer jeweiligen Situation. Sie erteilt erste Hilfestellungen und entwickelt dadurch einen ersten Informations- und Praxispool, der später auch in weitere Projekte fließen soll.
Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.
 | EXIT-Broschüre Letzter Halt: Ausstieg Wege aus der rechtsextremen Szene. Eine Darstellung über die Probleme in der Szene, wenn der Ausstieg ansteht, wie eine Zukunft zu gewinnen ist. Was können Familien tun? |
Kontakt
Hotline für Familienmitglieder : 0177/2404806
Wir rufen gerne zurück, damit Ihnen keine größeren Unkosten entstehen.
per Mail unter: info[at]exit-deutschland.de
Presseanfragen an die EXIT-Familienhilfe richten Sie bitte an:
info[at]exit-deutschland.de oder
an Herrn Wichmann unter der Nummer 0177/2404806.
Post erreicht uns unter:
ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
EXIT-Familienhilfe
Mühlenstr. 47
13187 Berlin
FAX: 030 – 42 018 508
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