Forschung

EXIT-Deutschland ist eines der ältesten und erfahrensten Deradikalisierungsprogramme in Europa. Mit über einem Jahrzehnt kontinuierlicher Arbeit im Feld der individuellen Ausstiegsbetreuung und Beratung kann EXIT-Deutschland auf hunderte abgeschlossene Fälle zurückblicken und verfügt über ein großes Archiv an Material.

Aufklärung und Analysen über neue Entwicklungen und Erscheinungen im Rechtsextremismus auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau sind zentrale Ziele von EXIT-Deutschland.

Neben eigenen Untersuchungen und Analysen (>>>Publikationen), die in einem Team aus Fallbetreuern, wissenschaftlichen Experten und dem „Arbeitskreis ehemaliger Rechtsextremisten“ entstehen, arbeiten wir auch mit Wissenschaftlern anderer Forschungseinrichtungen zusammen.

Durch diese Kombination wissenschaftlicher und praktischer Expertise in Zusammenarbeit mit den einzigartigen Einblicken des „Arbeitskreis ehemaliger Rechtsextremisten“ kann die wissenschaftliche Arbeit von EXIT-Deutschland eine besondere analytische Tiefe erreichen.

 

Beispiele für wissenschaftliche Projekte

Studie: „Radikalisierungsprozesse von Rechtsextremisten“

Universität Hamburg

bisher unveröffentl. Masterarbeit am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik. Abgeschlossen im Juli 2011.

Autor: Daniel Köhler

Inhalt: Bei dieser qualitativen Vorstudie wurden für die Rechtsextremismusforschung neuartige methodische Ansätze verfolgt, um individuelle Radikalisierungsmuster von Rechtsextremisten zu analysieren. Dabei wurden eine Reihe offener Interviews mit Aussteigern aus der rechtsextremen Szene ausgewertet. Der Fokus der Studie lag nicht auf den klassischen biographischen Analysen, sondern auf individuellen Motivationsmustern für Einstieg, Aufstieg und Ausstieg. In der Studie konnte ein neuartiges Radikalisierungsmodell entworfen werden. Dieses bildet den Ausgangspunkt für eine derzeit in Vorbereitung befindliche große internationale Vergleichsstudie mit mehreren internationalen Partnern.

 

Workshop: „Rechtsextreme Argumentationsmuster im Unterricht“

In Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen.

In einem Modellversuch wurde in einem Seminar von zukünftigen Lehrern der gymnasialen Oberstufe im Fach Politische Bildung über rechtsextreme Argumentationsstrukturen von Schülern im Unterricht aufgeklärt und die Konsequenzen und möglichen Gegenstrategien erarbeitet.

 

Interviewstudie über das Thema: „Männlichkeitsbilder in der rechtsextremen Szene“

In Zusammenarbeit mit der State University of New York at Stony Brook in New York, USA. Abgeschlossen 2011.

 

Interviews über die Entstehung politischer Ideale bei Rechtsextremisten.

Im Auftrag der Universität Amsterdam und dem Forschungsprojekt SAFIRE der Europäischen Union. Abgeschlossen im Februar 2012.

 

Projekt „Lebensbilder“

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig.

Innerhalb des Forschungsseminars: „Forschen mit Bildern - Fotos von Aussteigern aus dem Rechtsextremismus“ wurden die Fotos auf der Grundlage der seriell-ikonographischen Fotoanalyse ausgewertet. Dieser Wissenschaft-Praxis-Transfer hatte die Erörterung von methodischen Ansätzen für die praktische Ausstiegsarbeit von EXIT-Deutschland zum Ziel und steht beispielhaft für die Zusammenarbeit wissenschaftlicher Institutionen mit praktischen Trägern wie EXIT-Deutschland.


Ausstellung EXIT. Bilder und Texte von Rechtsextremen im Ausstieg

Ziel der Konzeption und Gestaltung der Ausstellung EXIT. Bilder und Texte von Rechtsextremen im Ausstieg ist, den komplexen und widersprüchlichen Prozess des Ausstiegs, methodisch fundiert, ästhetisch nacherfahrbar zu machen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Technischen Universität Braunschweig.