EXIT Familie & Community
Die EXIT-Familienhilfe ist ein Teil unserer Hilfen. Wir reagieren auf Hilferufe von Familien. Wir helfen Müttern und Vätern, Geschwistern und Großeltern, wenn sie Sorge haben, dass ihre Söhne, Töchter, Brüder oder Enkel in die Nazi-und Gewaltszene abgleiten, sich dort verstricken oder gar straffällig werden.
Wir analysieren kritische Situationen und arbeiten an Szenarien, um Möglichkeiten des Handelns zu erschließen, Ohnmacht und Angst zu überwinden. Ebenso helfen wir Familien, wenn es darum geht, Familienangehörige aus der Szene heraus zu lösen.
Wir vermitteln und begleiten Kontakte ehemaliger Rechtsextremisten mit gefährdeten rechtsextremistisch-orientierten Jugendlichen, um sie zu motivieren, die Szene zu meiden oder zu verlassen. Wir helfen bei Generationengesprächen, die Erfahrungen aus Diktaturen vermitteln.
Unsere Beratung ist individuell und diskret. Dabei arbeiten wir mit anderen kompetenten Organisationen und Einrichtungen zusammen.
Tipps für Eltern, Angehörige und Multiplikatoren
| Kontakt: Hotline für Familienmitglieder : 0177/2404806 Wir rufen gerne zurück, damit Ihnen keine größeren Unkosten entstehen. per Mail unter: info[at]exit-deutschland.de |
Unser Beratungsansatz:
Die EXIT-Familienhilfe ist keine „klassische“ Familienhilfe. Wir bieten weder Therapie noch allgemeine Beratung. Unser Angebot zielt auf die Schaffung von Ausstiegsmotivationen aus extremistischen Szenen durch eine professionelle Begleitung von Familienmitgliedern.
Was heißt Ausstiegsorientierung?
Ein Ausstieg ist dann erfolgt, wenn es eine kritische Reflektion, Aufarbeitung und ein erfolgreiches Infragestellen der bisherigen Ideologie gegeben hat. Ausstieg ist somit mehr als das Verlassen einer Partei oder Gruppe, auch mehr als ein Wechsel der ästhetischen Ausdrucksformen oder die Anwendung von Gewalt. Ein Ausstieg ist dann erfolgt, wenn die den bisherigen Handlungen zugrunde liegende und richtungsweisende Ideologie überwunden ist.
Ausstiegsorientierung bedeutet für uns, dass wir Familienangehörigen helfen wollen, Personen in ihrem sozialen Nahraum zur Auseinandersetzung mit ihrer Ideologie zu bewegen, mit dem Ziel, sie – so möglich – zum Ausstieg zu bewegen.
Chancen und Grenzen
Ein Ausstieg ist eine individuelle Entscheidung. Gleiches gilt für ein Verbleiben in extremistischen Umfeldern. Nichts kann befohlen werden. Es gibt keine Erfolgsgarantie.
Aber es gibt eine Erfahrung: Fast alle Aussteiger berichten, dass es in ihrer Geschichte Personen gab, die mit ihren Fragen, Anregungen, Konfrontationen und Kommentaren dazu beigetragen haben, dass sie begannen, über ihren Weg, ihre Ideen und ihre Biographien nachzudenken, die den Zweifel gesät haben, der später zum Ausstieg motivierte. Diese Erfahrungen können übertragen und erlernt werden und diesem Zweck dient unser Projekt.
Was verstehen wir unter Extremismus?
Wir begreifen Extremismus als Sammelbegriff von Ideologien, die durch Vorstellungen der Ungleichwertigkeit gekennzeichnet sind und sich gegen die individuelle Würde und Freiheit des Menschen wenden. Zugleich wird ein politisches System herbeigewünscht und dafür gekämpft, dass der vertretenen ideologie entspricht und das eine Alternative zum demokratischen Verfassungsstaat darstellt, der in Deutschland auf dem Grundgesetz beruht. Darunter fallen sowohl rechtsextreme, linksextreme als auch islamistische Ideologien. Die verschiedenen Formen des Extremismus weisen inhaltliche Unterschiede auf und sie sind in unterschiedlicher Weise geschichtlich und aktuell bedeutsam. Darauf reichten wir uns in unserer Arbeit ein, die davon geprägt ist, den Geist des Grundgesetzes der Unantastbarkeit der Würde des Menschen zu verwirklichen.
Extremismus gibt es auch bei Personen mit Migrationshintergrund. So kümmern wir uns z. B. explizit auch um Formen des Rechtsextremismus oder Nationalismus bei Personen mit Migrationshintergrund oder im Falle von Bestrebungen, die die Würde des Menschen aus religiösen Gründen mißachten und angreifen.
Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.
Kontakt
Hotline für Familienmitglieder : 0177/2404806
Wir rufen gerne zurück, damit Ihnen keine größeren Unkosten entstehen.
per Mail unter: info[at]exit-deutschland.de
Post erreicht uns unter:
EXIT-Deutschland
Postfach 76 01 12
10382 Berlin
oder
FAX: 030 – 42 018 508

