KRIEGERIN

Kinoveranstaltung von EXIT-Deutschland zum Film KRIEGERIN für den Landkreis Dahme-Spreewald

EXIT-Deutschland und der Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten / EXIT-Deutschland

luden am 27.01.2012 im Capitol - Das KULTurKINO Königs Wusterhausen

zur Filmvorführung mit anschließender Diskussion ein.

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Jung, weiblich, rechtsradikal. Marisa ist Anfang 20, Neonazi und rast durch ihre Welt wie ein offenes Rasiermesser. Ihre Welt ist die ostdeutsche Provinz und ihr Alltag ist geprägt von Fremdenfeindlichkeit, Hass, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit. Dank gründlicher Recherche gibt der Film Einblicke in dieses Milieu, die so bisher auf der Leinwand noch nicht zu sehen waren. Neu an diesem Film zum Thema Rechtsextremismus ist auch, dass zwei Frauen die Hauptrollen spielen. Spätesten seit der erschütternden Mordserie der Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund wird die Rolle der Frau innerhalb der rechtsextremen Szene neu diskutiert.

EXIT-Deutschland dankt Innenminister Dietmar Woidke für den laut der grundsätzlichen Rechtsauffassung der Staatsschutzabteilung des LKA Brandenburg wohl polizeirechtswidrigen Schutz der Vorführung vor rechtsextremen Übergriffen.

 

Kriegerinnen

Kommentar von Bernd Wagner

Seit einiger Zeit ist die Welt auf den Geschmack gekommen: die Frau und der Rechtsextremismus.

Ein neues Modethema ward geboren. Dabei ist den Beobachtern schon in den 1990er Jahren klar, dass sich ein sozial-kultureller Phasenwechsel vollzieht. Schon damals gab es in wachsender Zahl Mädchen und Frauen, die nicht nur rechtsextreme Freunde hatten, sondern eigenständig mit und ohne Partner zu Ideologinnen und Aktivistinnen aufstiegen. Einige davon sind mit Hilfe von EXIT-Deutschland ausgestiegen und haben für sich und ihre Kinder kaum geschützt ein neues Leben aufgebaut. Die Probleme und Risiken, die ein Ausstieg gerade für Frauen mit Kindern mit sich bringt, sind erheblich. Antworten von Seiten der Politik, von Polizei und Justiz oder den vielen „Genderbeauftragten“ der Demokratie blieben bis dato aus.

Der Film KRIEGERIN von David Wnendt, der heute in unsere Kinos kommt, zeigt einen realistischen Ausschnitt der Konsequenzen dieser Entwicklung.

Ein guter und verdienstvoller Film, in dem sich ehemalige Nazifrauen wiedererkennen können.

Auch wenn nicht alle so sind wie Marisa, der Protagonistin des Films, ist die Militanz durchaus ein Bestandteil der Persönlichkeit von rechtsextremen Frauen geworden. Sie stehen heute als Soldatinnen an den vielfältigen Fronten des Nationalen Widerstands, auch mittels Gewalt, wie der Fall Zschäpe zeigt. Zugleich leben die klassischen Rollen fort: Kindererziehung, Gebären für die Rasse, für das Volk, damit sich Leute wie Thilo Sarrazin nicht mehr ob des vermeintlich drohenden Volkstods grämen müssen. Sie dienen damit einer Mission, einem Gaukelwerk, das scheinbar ein gutes Leben zu verheißen scheint.

Die Zugänge zur rechtsextremen Szene unterschieden sich für Mädchen und Jungen kaum noch. Peergroup, Musik, Mode, Welterklärung. Eine wichtige Größe ist das Internet geworden, aber auch die Normalität eines völkischen Lebens in Familien ist ein Grund.

EXIT-Deutschland wird sich auch zukünftig dem Thema widmen – denn unabhängig von wissenschaftlichen und öffentlichen Diskursen haben wir es in der Praxis mit handfesten Problemen zu tun, die zu lösen sind.