15. Oktober 2013

EXIT-Deutschland Botschafter 2013

Aktives bürgerschaftliches Engagement ist in seiner Bedeutung für die Stabilität einer demokratischen Kultur kaum zu überschätzen. Das Eintreten für Freiheit und Würde von Menschen und damit gegen demokratie- und freiheitsfeindliche sowie menschenverachtende Ideologien im Alltag erfordert Mut – Mut, Gesicht zu zeigen, sich einzumischen, beharrlich Fragen zu stellen und sich dem öffentlichen Diskurs, der Kritik und manchmal auch Bedrohung zu stellen. EXIT-Deutschland konnte seit nunmehr 13 Jahren fast 500 Ausstiege aus der rechtsextremen Szene erfolgreich begleiten, Impulse für die Wissenschaft zu setzen und präventive Bildungsarbeit leisten. Die Arbeit wurde ermöglicht dank vielfältiger Unterstützung unterschiedlicher Partner in der Öffentlichkeit und hinter den Kulissen.

Für ihren Mut möchten wir uns bei Partnern und Unterstützern von EXIT-Deutschland sehr herzlich bedanken und mit einer Auszeichnung würdigen. Der „EXIT-Botschafter“ versteht sich als Würdigung des Engagements des Einzelnen und zugleich als Repräsentant der Idee von EXIT-Deutschland.

Sonntag, 03. November 2013 um 11 Uhr
Schlosspark Theater, Schloßstraße 48, 12165 Berlin

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Wir bitten Sie daher, Ihr Kommen bis zum 22.10.2013 zu bestätigen. Frau Beate Luszeit nimmt unter: betriebsbuero@schlossparktheater.de Ihre Bestätigung gerne entgegen. Bitte geben Sie namentlich auch Ihre Begleitperson an. Die Einladungen sind nicht übertragbar.

Programmablauf Musikalische Begleitung: City-Stompers Moderation: Bastian Wierzioch (MDR)

Einlass ab 10.30 Uhr
Beginn 11 Uhr

*Eröffnung und Grußwort: Dieter Hallervorden zum Hintergrund der Botschafterernennung und Vorstellung der Arbeit von EXIT-Deutschland (Bernd Wagner)
*Vorstellung des EXIT-Kurzfilms „Im Zweifel“ zur Arbeit von EXIT-Deutschland nach vorheriger Einführung durch die Filmemacher (Studenten der Hochschule Mittweida, Preisträger Chemnitzer Friedenspreis)
*der stern zu den Beweggründen, EXIT-Deutschland zu unterstützen
*Verleihung des Preises „EXIT-Botschafter“ an Herrn Petzold, Herrn Jörges, Herrn Hauser (stern), Frau Stubbe und Frau Mensah-Schramm

Ende gegen 13.30 Uhr

Preisträger
h4. Andreas Petzold (stern)
Als EXIT-Deutschland im Jahr 2000 gegründet wurde, war es der tatkräftigen Unterstützung von Andreas Petzold als Chefredakteur des Magazins stern zu verdanken, dass die Ausstiegsinitiative mit Hilfe eines Startkapitals des sterns die Arbeit aufnehmen konnte. Andreas Petzold positioniert sich immer wieder klar gegen rechtsradikales und rassistisches Gedankengut in unserer Gesellschaft. Seine prominenten politischen Statements haben viele Menschen und besonders auch die Politik dazu angehalten, sich mit dieser Problematik zu beschäftigen. Sein unermüdlicher Einsatz hat großen Anteil daran, dass die Arbeit von EXIT-Deutschland über die vergangenen 13 Jahre sichergestellt werden konnte. Seit Mai 2013 ist Andreas Petzold Herausgeber des sterns.

Hans-Ulrich Jörges (stern) Ein Mann der klaren Worte. Seit vielen Jahren äußert sich der stellvertretende Chefredakteur des Magazins stern als politischer Kommentator zu den Entwicklungen in der Bundesrepublik. Wöchentlich erscheint in dem Magazin seine Kolumne „Zwischenruf aus Berlin“ – ein Zwischenruf, der im Fall der fehlenden Finanzierung von EXIT-Deutschland auch ein Weckruf war. Sein Kommentar „Schämt euch“ knüpfte an Stéphane Hessels „Empört euch“ an und löste eine Welle der aufrechten Empörung aus – klare Worte, die entscheidend zur Weiterfinanzierung von EXIT-Deutschland beitrugen.

Uli Hauser (stern) stern-Reporter und Mitbegründer von EXIT-Deutschland unterstützt die Ausstiegsinitiative von Anfang an mit großem, persönlichem Einsatz als Mensch und Journalist. Seit er Ende der 90er Jahre im Rahmen eines Beitrags über die rechtsextreme Szene in Thüringen recherchierte, kam er mit dem Thema hautnah in Berührung. Es ließ ihn nicht mehr los, und er wollte mehr tun, als nur darüber zu schreiben.

Anja Stubbe für die Petition „Save EXIT-Deutschland“ „Ich konnte nicht verstehen, warum ein vergleichsweise niedriger Betrag nicht aufzubringen sein soll, wenn eine Organisation wie “EXIT” so offensichtlich gute Arbeit macht”. Mit einer Petition auf Change.org half Anja Stubbe mit, das drohende Ende der Ausstiegsorgansation EXIT-Deutschland im Frühjahr dieses Jahres abzuwenden. Nach wenigen Tagen forderten über 5.000 Menschen eine Fortführung von EXIT-Deutschland. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es lohnt, sich zu engagieren.“

Irmela Mensah-Schramm für das „Irmela-Mensah-Schramm-Archiv” Die ehemalige Lehrerin Irmela Mensah-Schramm engagiert sich seit rund 26 Jahren gegen Rechtsextremismus. Unermüdlich dokumentiert und entfernt sie bundesweit rechtsradikale Schmierereien und Aufkleber im öffentlichen Raum und trägt damit zu Aufklärung und Diskussion bei. Mit einer eigenen Ausstellung führt sie in Schulklassen zahlreiche Projekte gegen Rassismus und Gewalt durch. Frau Mensah-Schramm hat ihr umfangreiches Material, das ein erschreckendes Dokument des blinden Hasses gegenüber allem Fremden ist, dankenswerterweise EXIT-Deutschland zur Verfügung gestellt. Zusammen mit der Ehrung von Frau Irmela-Mensah-Schramm wird das „Irmela-Mensah-Schramm-Archiv“ unter wissenschaftlicher Verwaltung von EXIT-Deutschland eröffnet.

Wir danken dem Schlosspark Theater für die freundliche Unterstützung.

Die Veranstaltung wird mit gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.