"Als wäre der Führer mein Onkel"
20 Jahre lang gehörte sie zur Elite der rechten Szene – dann floh sie und änderte ihre Identität. SPIEGEL ONLINE hat die Neonazi-Aussteigerin jetzt getroffen. Sie berichtet über ihr Leben in Verblendung und die Angst vor den rechten Rächern.
"Ich bin gerne das Verräterschwein!"
Was tun, wenn der Sohn rechtsradikale Parolen nachbetet? Oder die Tante ihre Kinder zu Nazis erzieht? Wenn Verwandte im braunen Sumpf stecken, sind Angehörige oft überfordert. Die Initiative EXIT Deutschland startet jetzt die erste Familienhilfe, die Aussteigern helfen soll.
Wo Eltern Rat holen können. Oder ihre Kinder.
Die Aussteiger-Initiative EXIT hat ein neues Ratgeberprojekt für Familien gestartet. Denn wenn ein Jugendlicher in die rechtsextreme Szene rutscht oder wenn Eltern in Anwesenheit ihrer Kinder rechtsextreme Aussagen machen, wenn junge Menschen in einem Umfeld aufwachsen, in dem Rechtsextremismus den Alltag bestimmt – dann ist das Thema Rechtsextremismus bzw. der Ausstieg aus dieser Szene kein Problem eines einzelnen Menschen, sondern das Problem von vielen und vor allem: das Problem ganzer Familien.
Ausstiegshilfe für die rechte Großmama
Die Initiative Exit will sich jetzt auch um die Familien ehemaliger Neonazis kümmern. Rund 20 Anfragen habe man schon bekommen.
Aussteigen, aber wie?
Aussteigen? Doch wie und wo? Manche versuchen es laut über die Medien, andere leise mit der Hilfe von Aussteiger-Initiativen. Federführend gehört seit acht Jahren das Projekt EXIT dazu: Rund 300 Neonazis hat die Initiative seitdem in einem oft jahrelangen Prozess erfolgreich betreut.