Demokratie lebt vom Dialog
Im Rahmen der „Arnsberger Wochen gegen Rassismus – für Demokratie“ fand am 25.03.2026 an der Sekundarschule am Eichholz eine besonders eindrucksvolle Veranstaltung statt – diesmal bewusst nicht als klassischer Vortrag, sondern als offener und lebendiger Austausch.
Zu Gast war Maik Scheffler, ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Szene und heutiger Referent von Exit-Deutschland. Vor rund 200 Teilnehmenden trat er gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern unserer Schule, des Gymnasiums Laurentianum sowie Teilnehmenden des ABZ Oeventrop in einen intensiven Dialog.
Im Mittelpunkt stand dabei die Fishbowl-Methode: Während Maik Scheffler gemeinsam mit einigen Schülerinnen und Schülern im inneren Kreis Platz nahm, hatten alle Teilnehmenden jederzeit die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Fragen stellen, Gedanken teilen, Position beziehen – der Wechsel zwischen Zuhören und Mitdiskutieren machte die Veranstaltung besonders dynamisch und persönlich.
In diesem offenen Format schilderte Scheffler eindringlich seinen Weg in den Rechtsextremismus, seine „Karriere“ innerhalb der Szene und schließlich seinen Ausstieg. Besonders bewegend waren seine Einblicke in die Mechanismen der Radikalisierung: die Suche nach Zugehörigkeit, das Erleben von Anerkennung und klaren Strukturen – aber auch die gezielte Beeinflussung junger Menschen, das Aufbauen von Feindbildern und die schrittweise Isolation von Familie und Gesellschaft.
Gerade durch den direkten Austausch wurde deutlich, wie komplex diese Prozesse sind. Die Schülerinnen und Schüler stellten reflektierte, teilweise sehr persönliche Fragen und gingen offen in die Diskussion. Scheffler begegnete ihnen dabei authentisch und auf Augenhöhe – ein Dialog, der alle Beteiligten nachhaltig beeindruckte.
Auch sein Ausstieg wurde eindrucksvoll thematisiert: Ein mutiger Schritt, der mit großen Risiken verbunden war – Bedrohungen, der Verlust des bisherigen Umfelds und ein völliger Neuanfang. Unterstützung fand er schließlich bei Exit-Deutschland. Heute setzt er sich aktiv für Prävention ein und stärkt junge Menschen darin, demokratische Werte zu leben und extremistischen Entwicklungen frühzeitig entgegenzutreten.
Die Veranstaltung wurde im Unterricht – insbesondere im Fach Gesellschaftslehre – vorbereitet und anschließend intensiv reflektiert. Sie knüpft an die positiven Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr an und hat erneut gezeigt, wie wichtig Räume für echten Austausch sind. Denn genau solche Begegnungen machen deutlich: Demokratie lebt vom Dialog.
Ein besonderer Dank gilt Sylvia Hölter von der Stadt Arnsberg (Strategie und Strukturplanung) für die enge Kooperation sowie Exit-Deutschland für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ebenso bedanken wir uns herzlich beim Jahrgang 10 des Laurentianums sowie bei den Teilnehmenden des ABZ Oeventrop für ihre aktive Mitwirkung.
© Bericht und Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Sekundarschule am Eichholz Arnsberg