Jahresrückblick 2025
Unsere Projekte, Initiativen und Publikationen im Jahr 2025 im Überblick. Wie immer handelt es sich dabei nur um einen Auszug der Aktivitäten.
EXIT-Arbeit
Im Jahr 2025 haben wir im Jahresverlauf 69 Personen, davon 14 Frauen zum Teil mit Kindern, aus rechtsradikalen und -extremistischen Kontexten im Ausstieg begleitet. Viele Unterstützungsfälle wurden wegen der politischen, rechtlichen und sozialen Komplexität fortgesetzt. Neu an uns gewandt haben sich 41 Personen, die in die Ausstiegsbegleitung aufgenommen wurden. Seit Beginn unserer Arbeit im Jahr 2000 sind es insgesamt 1040 Menschen, die wir beim Ausstieg aus rechtsextremen Szenen unterstützt haben.
Hinzu kommen in 2025 im Bereich Islamismus 4 Ausstiegsbegleitungen sowie 1 Ausstiegsfall im Bereich Linksextremismus.
Daneben haben wir zahlreiche Angehörige von radikalisierten Personen unterstützt sowie Institutionen, die um Beratung angefragt hatten.
Ausgestiegene haben sich auch wieder öffentlich gegen rechtsextreme Bestrebungen ausgesprochen und vor allem jungen Menschen Orientierungen gegeben, sich nicht von rechtsextremer Ideologie vereinnahmen zu lassen. So gab es Veranstaltungen beim Fußball, bei den Pfadfindern, in Jugendhilfeeinrichtungen und in diversen Schulen, u.a. hier
Zum Jahresbeginn erschien die Abschlusspublikation unseres 2-jährigen Projektes EXOR. Ausstieg aus ultramilitantem Extremismus in Verbindung mit Organisierter Kriminalität | Sozialraum – Analyse – Beratung – Hilfe (2023-2024).
Nach der sehr intensiven Projektarbeit der letzten Jahre, die wir neben der Ausstiegsarbeit geleistet haben, gilt seit Jahresbeginn 2025 unsere ganze Konzentration der Unterstützung von Ausstiegswilligen, die wir auf der Grundlage von Spenden umsetzen.
Die Personen, die sich um Rat und Hilfe bemühten, kamen insbesondere aus ideologischen, aktionistischen, politisch-kriminellen Organisationen, wie z.B. dem III. Weg. Uns erreichten Briefe von Personen aus Justizvollzugsanstalten, die entsprechende Signale setzten, per E-Mail Kontakt suchten oder anriefen. Immer wieder leiteten Polizeibeamte oder Bedienstete des Justizvollzugs Ausstiegssignale weiter, die in den Straftätern und Extremisten auch Menschen sehen ebenso wie Verwandte, die ihre Angehörigen nicht an den Extremismus verlieren wollen und stets den kritischen Kontakt aufrechterhielten.
Das zeigt uns immer wieder auf’s Neue, dass Menschen ihr Weltbild und damit sich selbst ändern können, wenn es gelingt, die Ideologie aufzubrechen und dass die Parole „einmal Nazi immer Nazi“ nicht zutrifft – ein beliebtes Argument in Kreisen, die in der gewaltsamen Auseinandersetzung und der menschlichen Zurückweisung den Hauptweg der gesellschaftlichen Abwehr von rechtsextremen Einflüssen und Gefährdungen sehen.
Aussteigende erleben es eigener Darstellung nach als wichtigen und sogar entscheidender Impuls für den Ausstieg, dass wir ihnen – bei Zurückweisung ihrer Weltanschauung und ihres darauf gegründeten Handelns – mit Offenheit und der Überzeugungskraft des Menschlichen, des Wertes des einzelnen Menschen begegnen.
Übrigens: EXIT-Deutschland gibt es seit 25 Jahren. Ein Viertel Jahrhundert Ausstiegsarbeit. Wir machen weiter! Mit Ihrer und Eurer Unterstützung. DANKE!