Lebensbilder
Trotz vergleichbarer Probleme, mit denen Aussteiger zu kämpfen haben, sind die Motive, die Szene zu verlassen sowie die Ausstiegswege so individuell wie die persönlichen Schicksale der Personen selbst. Der Schritt aus der Szene markiert einen Wendepunkt im Leben der Aussteiger – verbunden mit dem Wunsch nach persönlicher Sicherheit, Bildung und Arbeit, menschlicher Einbindung sowie der Suche nach einem neuen Weltbild, Sinn und Orientierung.
Im Rahmen einer Werkstattarbeit haben Aussteigerinnen und Aussteiger diese Wendepunkte für sich herausgearbeitet. Dabei setzten sie sich in künstlerischer Form mit diesem für sie wichtigen und prägenden Teil ihrer Lebensgeschichte auseinander.
Mit einer Einwegkamera hielten sie Motive fest, die für sie in einem besonderen Zusammenhang mit ihrem Ausstieg standen. Die Fotos zeigen konkret oder symbolhaft das, was für die jeweilige Person am prägendsten war – ein Rückblick in die Vergangenheit, eine Dokumentation des Ist-Zustandes oder Zukunftsvisionen mit Hoffnungen und Wünschen.
Neben der Möglichkeit der Selbstreflexion, die den Aussteigern mit dieser Werkstattarbeit gegeben wurde, verfolgt die Ausstellung das Ziel, dem Betrachter Einblicke in den oft sehr schwierigen Prozess des Ausstiegs zu geben und möchte zum Nachdenken und zur Diskussion in Bezug auf die Unterstützung von Politik und Gesellschaft anregen.
Lebensbilder – Der Katalog
Der Katalog dokumentiert das Projekt und zeigt auf 66 Seiten ausgewählte Fotografien und Texte von sieben Aussteigerinnen und Aussteigern aus der rechtsextremen Szene. Neben den Fotos finden sich kurze Informationen zur Person sowie der Ein- und Ausstiegsmotivation.
Ausstellung Lebensbilder
Aus der Werkstattarbeit heraus ist ein Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität Braunschweig und eine Ausstellung entstanden. Innerhalb des Forschungsseminars: „Forschen mit Bildern – Fotos von Aussteigern aus dem Rechtsextremismus“ wurden die Fotos auf der Grundlage der seriell-ikonographische Fotoanalyse von Studierenden ausgewertet. Ziel dieses Wissenschaft-Praxis-Transfers war die Erörterung von methodischen Ansätzen für die praktische Ausstiegsarbeit von EXIT-Deutschland.
Bei Interesse an der Ausstellung melden Sie sich bitte unter: info[at]exit-deutschland.de