Ausstellung "EXIT. Bilder und Texte von Rechtsextremen im Ausstieg" im Bündnis für Demokratie und Toleranz Berlin
Trotz vergleichbarer Probleme, mit denen Aussteiger/innen aus der rechtsextremen Szene zu kämpfen haben, sind die Motive, die Szene zu verlassen ebenso individuell wie die persönlichen Schicksale der einzelnen Personen selbst. Die Ausstellung “EXIT. Bilder und Texte von Rechtsextremen im Ausstieg” setzt sich in künstlerischer Form mit den verschiedenen Ausstiegswegen und Hoffnungen der Aussteiger/innen auseinander. Sie steht ab 17. Mai 2013 im Bündnis für Demokratie und Toleranz Berlin zur Besichtigung.
Neonazis: »Wie Fische im Wasser«
Mitte Mai 2013 trat der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages letztmals öffentlich zusammen. Seine Bilanz fällt dramatisch aus. Ein Gespräch mit dem EXIT-Gründer und Experten für Rechtsextremismus, Bernd Wagner, der Dunkles ahnt: »An das harte Thema ›Nazis‹ geht auch künftig keiner ran«
Link: www.publik-forum.de/deutsche-neonazis-wie-fische-im-wasser
Engagement von Hardy Krüger und EXIT Deutschland
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat am 28. April 2013 an der Veranstaltungsreihe „STERN-EXIT-Talk“ unter dem Motto „NPD – NEIN; DANKE!“ im vollbesetzten Schlosspark Theater Berlin teilgenommen.
STERN-EXIT-Talk im Schlosspark Theater Berlin
NPD – NEIN; DANKE!
didi
Mit seiner politischen Aktion gegen Gewalt möchte Hardy Krüger junge Leute von der Straße holen und sie nicht nur vor den „Kameradschafts-Abenden“ der Neo-Nazis bewahren, sondern ihnen Alternativen der Freizeitgestaltung aufzeigen , die auch einen Weg in eine neue Zukunft weisen können. Um das zu bewerkstelligen, arbeitet er mit Exit-Deutschland, dem stern, Reinhold Beckmann und dem Dornier-Museum zusammen . Hardy Krüger wird zu diesem Thema mehrere Talkshows in deutschen Städten leiten. Für Berlin wird dem Schlosspark Theater die Ehre erwiesen, die Diskussionsrunde zu veranstalten. Dort diskutiert er mit Sabine Leuthäusser-Schnarrenberger, Dieter Hallervorden, Bernd Wagner und einem ehemaligen Neonazi-Aktivisten über die rechtsextreme Szene, aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten, Jugendlichen Alternativen aufzuzeigen.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Herr Klaus Wowereit, hat für diese Veranstaltung die Schirmherrschaft übernommen.
Wann: Sonntag, den 28.04.2013, 11.00 Uhr
Wo: Schossparkt Theater Berlin, Schloßstrasse 48, 12165 Berlin
Eintritt frei. Um Anmeldung an der Kasse wird gebeten.
Die Gäste
Hardy Krüger, ist zur Zeit des Nationalsozialismus aufgewachsen, seine Eltern waren NSDAP-Mitglieder. Er besuchte eine Nazi-Eliteschule, die Ordensburg in Sonthofen. Mit 15 Jahren wurde Hardy Krüger von Regisseur Alfred Weidenmann zur UFA nach Berlin geholt wurde, wo er zum ersten Mal kritische Stimmen hörte und den Wendepunkt für seine politische Überzeugung markiert. Es erschüttert Krüger, so sagt er, dass Neonazismus und Rechtsextremismus heute noch Themen sind. Der Schauspieler Hardy Krüger macht sich in unterschiedlichen Bereichen für junge Menschen stark, um ihnen Alternativen aufzuzeigen.
Dieter Hallervorden. Als Komiker, Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher, Moderator und Theaterleiter kennt man ihn – ein Tausendsassa. Der Ehrenbürger von Dessau setzte sich früh für die Meinungsfreiheit ein, so floh er bereits 1958 nach West-Berlin. Am 28. April ist er mit seinem Theater Gastgeber für den STERN-EXIT-Talk.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Frau Leutheusser-Schnarrenberger setzte sich für den Erhalt von EXIT-Deutschland ein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Theodor-Heuss-Stiftung, Schirmherrin und Mitglied von Dunkelziffer e.V. – Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder, und unter anderem Mitglied des Vereins Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V., des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. Starnberg, als auch im Weißen Ring e.V.
Bernd Wagner. Der Dipl.-Kriminalist und ehemalige Kriminaloberrat gründete EXIT-Deutschland vor 13 Jahren gemeinsam mit dem Ex-Neonazi Ingo Hasselbach, welcher nach der Wende einer der führenden rechtsradikalen Kader darstellte. Wagner gilt als renommierter Extremismus-Experte und berät Wirtschaftsunternehmen, Politiker und Verfassungsschützer im Kampf gegen rechte Gewalt und für die demokratische Kultur
Steven Hartung, war in unterschiedlichen Bereichen innerhalb der “freien” Thüringer Neonazi- Szene aktiv. In seiner aktiven Phase prägte er den Habitus und die Struktur der Autonomen Nationalisten entscheidend mit. Er war unteranderem an einem rechtsextremen Medienportal beteiligt und hatte mit seiner Gruppe bundesweite sowie internationale Kontakte. Nach seinem Ausstieg mit EXIT-Deutschland klärt er über die rechtsextreme Szene auf.
Wir bitten bei freiem Eintritt um rege Beteiligung von Gleichgesinnten, die bereit sind, Überzeugung zu leben.
Wer will schon in einem Nazistaat leben?
Von Felix Benneckenstein
„Wer will schon in einem Nazistaat leben?“ – STERN, EXIT und jede Menge Prominenz sprechen in München über Nazigewalt
„Wer will denn schon in einem Nazistaat leben – außer Nazis natürlich?“ Diese Frage brachte einige Zuhörer zum Lachen. Sie stammt von Dr. Mehmet Daimagüler, einem der Vertreter der Nebenkläger im NSU-Prozess und Autor des Buches „Kein schöner Land in dieser Zeit — Das Märchen von der gescheiterten Integration“. Doch es steckte mehr dahinter, als ein kleiner Scherz am Rande. In München diskutierten am Abend des 17. April, anlässlich des geplanten Prozessauftaktes gegen den NSU, Prominenz, Journalisten und Nebenklagevertreter über „Nazigewalt“.