23. April 2013
NPD – NEIN; DANKE!
didi
Mit seiner politischen Aktion gegen Gewalt möchte Hardy Krüger junge Leute von der Straße holen und sie nicht nur vor den „Kameradschafts-Abenden“ der Neo-Nazis bewahren, sondern ihnen Alternativen der Freizeitgestaltung aufzeigen , die auch einen Weg in eine neue Zukunft weisen können. Um das zu bewerkstelligen, arbeitet er mit Exit-Deutschland, dem stern, Reinhold Beckmann und dem Dornier-Museum zusammen . Hardy Krüger wird zu diesem Thema mehrere Talkshows in deutschen Städten leiten. Für Berlin wird dem Schlosspark Theater die Ehre erwiesen, die Diskussionsrunde zu veranstalten. Dort diskutiert er mit Sabine Leuthäusser-Schnarrenberger, Dieter Hallervorden, Bernd Wagner und einem ehemaligen Neonazi-Aktivisten über die rechtsextreme Szene, aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten, Jugendlichen Alternativen aufzuzeigen.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Herr Klaus Wowereit, hat für diese Veranstaltung die Schirmherrschaft übernommen.
Wann: Sonntag, den 28.04.2013, 11.00 Uhr
Wo: Schossparkt Theater Berlin, Schloßstrasse 48, 12165 Berlin
Eintritt frei. Um Anmeldung an der Kasse wird gebeten.
Die Gäste
Hardy Krüger, ist zur Zeit des Nationalsozialismus aufgewachsen, seine Eltern waren NSDAP-Mitglieder. Er besuchte eine Nazi-Eliteschule, die Ordensburg in Sonthofen. Mit 15 Jahren wurde Hardy Krüger von Regisseur Alfred Weidenmann zur UFA nach Berlin geholt wurde, wo er zum ersten Mal kritische Stimmen hörte und den Wendepunkt für seine politische Überzeugung markiert. Es erschüttert Krüger, so sagt er, dass Neonazismus und Rechtsextremismus heute noch Themen sind. Der Schauspieler Hardy Krüger macht sich in unterschiedlichen Bereichen für junge Menschen stark, um ihnen Alternativen aufzuzeigen.
Dieter Hallervorden. Als Komiker, Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher, Moderator und Theaterleiter kennt man ihn – ein Tausendsassa. Der Ehrenbürger von Dessau setzte sich früh für die Meinungsfreiheit ein, so floh er bereits 1958 nach West-Berlin. Am 28. April ist er mit seinem Theater Gastgeber für den STERN-EXIT-Talk.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Frau Leutheusser-Schnarrenberger setzte sich für den Erhalt von EXIT-Deutschland ein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Theodor-Heuss-Stiftung, Schirmherrin und Mitglied von Dunkelziffer e.V. – Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder, und unter anderem Mitglied des Vereins Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V., des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. Starnberg, als auch im Weißen Ring e.V.
Bernd Wagner. Der Dipl.-Kriminalist und ehemalige Kriminaloberrat gründete EXIT-Deutschland vor 13 Jahren gemeinsam mit dem Ex-Neonazi Ingo Hasselbach, welcher nach der Wende einer der führenden rechtsradikalen Kader darstellte. Wagner gilt als renommierter Extremismus-Experte und berät Wirtschaftsunternehmen, Politiker und Verfassungsschützer im Kampf gegen rechte Gewalt und für die demokratische Kultur
Steven Hartung, war in unterschiedlichen Bereichen innerhalb der “freien” Thüringer Neonazi- Szene aktiv. In seiner aktiven Phase prägte er den Habitus und die Struktur der Autonomen Nationalisten entscheidend mit. Er war unteranderem an einem rechtsextremen Medienportal beteiligt und hatte mit seiner Gruppe bundesweite sowie internationale Kontakte. Nach seinem Ausstieg mit EXIT-Deutschland klärt er über die rechtsextreme Szene auf.
Wir bitten bei freiem Eintritt um rege Beteiligung von Gleichgesinnten, die bereit sind, Überzeugung zu leben.
18. April 2013
Von Felix Benneckenstein
„Wer will schon in einem Nazistaat leben?“ – STERN, EXIT und jede Menge Prominenz sprechen in München über Nazigewalt
„Wer will denn schon in einem Nazistaat leben – außer Nazis natürlich?“ Diese Frage brachte einige Zuhörer zum Lachen. Sie stammt von Dr. Mehmet Daimagüler, einem der Vertreter der Nebenkläger im NSU-Prozess und Autor des Buches „Kein schöner Land in dieser Zeit — Das Märchen von der gescheiterten Integration“. Doch es steckte mehr dahinter, als ein kleiner Scherz am Rande. In München diskutierten am Abend des 17. April, anlässlich des geplanten Prozessauftaktes gegen den NSU, Prominenz, Journalisten und Nebenklagevertreter über „Nazigewalt“.
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10. April 2013
Disskussionsveranstaltung
Prominente wie Uli Hoeneß und Peter Maffay diskutieren am 17. April in München zusammen mit Experten über rechte Gewalt in Deutschland. Am selben Tag beginnen die NSU-Prozesse.
Von Uli Hauser
Journalisten sollten sich mit keiner Sache gemein machen, hat der große Kollege Hanns Joachim Friedrichs geraten, auch nicht mit einer guten Sache. So ratsam es ist, die Dinge aus einer angemessenen Distanz zu betrachten, so sehr stimmt auch, dass wir Berichterstatter nicht unbefangen in die Welt schauen. Und manchmal über das Schreiben hinaus aktiv werden, weil wir nicht ertragen, worüber wir berichten.
So erging es uns, als wir im Jahr 2000 nach einer Reportage über den in Dessau von jugendlichen Neonazis getöteten Familienvater Alberto Adriano die stern-Kampagne “Mut gegen rechte Gewalt” ins Leben riefen. Neben vielen anderen Initiativen konnten wir durch die Spenden von stern-Leserinnen und Lesern so auch die Gründung eines mittlerweile auch international anerkannten Projekts anschieben. Exit bietet Aussteigern aus der Neonazi-Szene eine Perspektive. Mittlerweile schafften fast 500 Rechtsradikale einen Ausweg.
Zudem konnten wir viele kleinere und größere Initiativen in Dörfern und Städten fördern: Unser Ziel ist und war es, vor Ort Menschen zu stützen und zu unterstützen, die sich nicht wegducken, wenn Neonazis wieder Einfluss zu nehmen versuchen.
Mit Bestürzung haben wir, wie viele andere auch, reagiert, als vor anderthalb Jahren offenbar wurde, was viele von uns befürchtet hatten: dass sich Neonazis zunehmend radikalisieren und sich in terroristischen Strukturen organisieren. Die Gefahr von rechts ist mit der Enttarnung des “Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)” nicht weniger geworden. Dieser Mörderbande und ihren mutmaßlichen Unterstützern aber wird jetzt in München der Prozess gemacht.
Aus diesem Anlass wollen wir vom stern am Abend des Prozessauftakts zu einer Podiumsdiskussion ins Münchner Rathaus einladen. Unterstützt wird die Veranstaltung von Daimler, dem Münchner Volkstheater ebenso wie vom Oberbürgermeister der Stadt München, Christian Ude. Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie jeder von uns sich einmischen kann, wie jeder von uns sich engagieren kann, damit wir alle uns mutig und entschlossen einmischen. “Was tun gegen Nazi-Gewalt”: Das ist die Frage, der sich ab 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses einige Persönlichkeiten stellen.
Wir wollen sie hier kurz vorstellen:
Uli Hoeneß. Der Präsident des FC Bayern München engagiert sich seit vielen Jahren auch gesellschaftspolitisch. Er zählt zu den ersten Unterstützern der stern-Kampagne “Mut gegen rechte Gewalt”.
Peter Maffay. Der Sänger unterstützt schon lange Jugendprojekte. Gemeinsam mit Udo Lindenberg und anderen Musikern sorgte er 2001 im Rahmen der Tournee “Rock gegen rechte Gewalt”, dass die Neonazi-Aussteiger-Initiative Exit starten konnte. Nach Bekanntwerden der NSU-Mordserie organisierte er im Dezember 2012 in Jena das bislang größte Konzert gegen rechte Gewalt, vor 50.000 Menschen.
Christian Stückl. Der Intendant des Münchner Volkstheaters versucht auch abseits seines künstlerischen Schaffens, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten miteinander zu verbinden. Zuletzt erhielt er den “Integrationspreis” der Regierung von Oberbayern.
Bernd Wagner. Der ehemalige Polizist gründete Exit vor 13 Jahren, gemeinsam mit dem Ex-Neonazi Ingo Hasselbach, nach der Wende einer der führenden rechtsradikalen Kader. Er gilt als renommierter Extremismus-Experte und berät Wirtschaftsunternehmen, Politiker und Verfassungsschützer im Kampf gegen rechte Gewalt.
Hatice Akyün. Die Berliner Autorin reiste nach einer Lehre als Justizangestellte durch die Welt. Ihre Eltern kamen 1972 aus der Türkei nach Deutschland. Seitdem schreibt sie über ihr Leben in verschiedenen Kulturen und setzt sich selbstbewusst und selbstironisch mit Urteilen und Vorurteilen auseinander. Im Berliner “Tagesspiegel” schreibt sie die Kolumne “Meine Heimat”.
Franka S. Die ehemalige Aktivistin fand über Exit einen Weg aus der rechtsextremen Szene. Sie war in verschiedenen Kameradschaften aktiv und gründete einen Ortsverband der mit der NPD fusionierten DVU. Bis 2009 war sie zudem in einem rechtsradikalen Projekt aktiv, das unter anderem Bombenbau-Anleitungen verbreitete.
Mehmet Daimagüler. Der Rechtsanwalt vertritt zwei Familien, deren Angehörige von den NSU-Terroristen ermordet worden sind. Als Sohn türkischer Einwanderer streitet er seit Jahren gegen Intoleranz und Rassismus. Im Münchner NSU-Prozess tritt er als ein Vertreter der Nebenkläger auf.
Hans-Ulrich Jörges. Der engagierte Journalist, Mitglied der stern-Chefredaktion, beklagte vor wenigen Wochen in seinem Kommentar “Schämt Euch” die zögerliche Unterstützung von Bürgerinitiativen gegen rechte Gewalt durch staatliche Institutionen. Sein Aufschrei hatte großen Anteil, dass Exit nun dauerhaft von der Bundesregierung gefördert werden soll. Hier nachzulesen
Die Veranstaltung beginnt am 17. April um 19 Uhr. Einlass ab 18 Uhr. Wir bitten anstelle eines Eintritts um eine Spende von zehn Euro für die Arbeit von Exit.
stern.de
26. März 2013
Wie über die Nachrichtenagenturen schon bekannt geworden ist, hat die Bundesregierung mit dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am 23.März 2013 Verantwortung für die Initiative EXIT-Deutschland übernommen und wird die erforderlichen Finanzmittel ab Mai 2013 langfristig sichern.
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23. März 2013
Von Fabian Wichmann
Am 23. März 1933, vor achtzig Jahren, wurde am Vorabend des 2. Weltkrieges das Ermächtigungsgesetz mit weitreichenden Folgen für die Geschichte Deutschlands und der Welt verabschiedet. Weltkrieges das Ermächtigungsgesetz mit weitreichenden Folgen für die Geschichte Deutschlands und der Welt verabschiedet. Doch warum sollte uns das heute noch beschäftigen?
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